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Wie Organisationen leistungsfähig bleiben, wenn gefühlt alles gleichzeitig passiert

Wie Organisationen leistungsfähig bleiben, wenn gefühlt alles gleichzeitig passiert

Transformation, Künstliche Intelligenz, Restrukturierungen und Kulturentwicklung laufen derzeit meistens parallel. Gleichzeitig werden Budgets knapper und Prioritäten neu gesetzt. Erkennen Menschen nicht mehr, was worauf einzahlt und was aktuell wirklich zählt, entsteht Ermüdung. Als Ursache könnte man die Veränderungen selbst vermuten, das greift aber zu kurz. Denn erst dann, wenn diese Änderungen nicht von Führung und Kommunikation begleitet werden, entsteht Überforderung. 

Für sich genommen ist jede einzelne Veränderung meist richtig, existenzsichernd und langfristig wertvoll. Etwa in einem uns bekannten Fall, in dem zwei Organisationsteile zusammengelegt und die Abteilungen vereint wurden. Währenddessen wurde allerdings noch SAP HANA eingeführt und ein Einzug stand an.  

Leistungsfähigkeit braucht Orientierung

Viele Organisationen beschäftigen derzeit ähnliche Fragen:

  • Wie bleiben wir handlungsfähig?
  • Wie bringen wir neue Energie in die Organisation?
  • Wie setzen wir Prioritäten?
  • Wie schaffen wir Fokus statt Überforderung?

Für unser Praxisbeispiel hieß das: Die Veränderung selbst war nicht das, was Ermüdung hervorrief. Der Wechsel zu SAP HANA oder ein Umzug, all das ist für sich genommen ein wichtiger nächster Schritt. Es war der Aufwand, immer wieder neu herauszufinden, worauf es derzeit gerade ankommt, der Menschen und Teams in die Übermüdung führte. Das Big Picture fehlte.

Wechselnde Prioritäten, unklare Entscheidungen und fehlender sichtbarer Fortschritt binden Energie, die dann in der Umsetzung fehlt.

Eine Organisation bleibt dann leistungsfähig, wenn Themen eingeordnet, Prioritäten nachvollziehbar gemacht und die psychologische Sicherheit gestärkt wird. Dafür braucht es Antworten auf drei einfache Fragen: 

  • Worum geht es jetzt und warum?
  • Was hat Priorität und was nicht?
  • Was kann ich selbst entscheiden oder beeinflussen?

Leistung entsteht nicht durch Druck

Performance Culture, eben die „Leistungskultur“, wird viel zu oft missverstanden. Es geht nicht einfach darum, mehr Leistung aus Menschen herauszuholen. Eine Kultur, die Leistung fördert beinhaltet klare Ziele, Orientierung, gute Führung, verlässliche Zusammenarbeit und Entscheidungsspielräume. So entsteht Energie, Verantwortung, und die Fähigkeit, Veränderungen tatsächlich umzusetzen. 

Die zentrale Aufgabe der kommenden Monate besteht deshalb aus unserer Sicht nicht darin, weitere Initiativen hinzuzufügen, sondern die vorhandenen einzuordnen und in die kulturelle Performance zu bringen. 2027 wird bestenfalls nicht das Jahr der meisten Maßnahmen, sondern hoffentlich das Jahr der meisten Orientierung.