Ein Team ist oft schnell zusammengestellt, eine gute Zusammenarbeit dauert jedoch länger. Die meisten Teams starten motiviert – doch mit der Zeit schleichen sich Missverständnisse ein. Das müssen keine Dramen sein, der übliche Alltag reicht bereits.
Wie gute Zusammenarbeit entsteht
Gute Zusammenarbeit braucht Klarheit über Erwartungen, Vertrauen im Umgang – und Führung, die Unterschiedlichkeit nicht wegmoderiert, sondern nutzbar macht. Hier hilft ein Blick in das Riemann-Thomann-Modell, das vier psychologische Grundausrichtungen unterscheidet:
- Nähe: sucht Beziehung, Austausch, Zugehörigkeit.
- Distanz: braucht Autonomie, Klarheit, Unabhängigkeit.
- Dauer: schätzt Ordnung, Stabilität, Verlässlichkeit.
- Wechsel: lebt von Abwechslung, Tempo, Impulsen.
- Forming – das Kennenlernen. Höflich, abwartend, mit Unsicherheiten.
- Storming – die Reibung. Konflikte, Machtspiele, Rollenfindung.
- Norming – das Einpendeln. Regeln entstehen, Vertrauen wächst.
- Performing – das Funktionieren. Rollen sind klar, Zusammenarbeit gelingt.
- Adjourning – der Abschied. Reflexion, Abschluss, Übergang.
- Muster erkennen und benennen. Teams profitieren von einer gemeinsamen Sprache für Persönlichkeitsprofile und Entwicklungsphasen. Wer versteht, wie andere ticken – und was das mit dem eigenen Verhalten zu tun hat – kann Spannungen besser einordnen und konstruktiv nutzen.
→ Workshops und Führungsdialoge schaffen Raum für Reflexion und Standortbestimmung. - Teamlogiken verstehen und berücksichtigen. Ein Team, das Nähe lebt, braucht andere Impulse als eines, das stark auf Autonomie setzt. Austausch, Verlässlichkeit oder Gestaltungsspielräume – all das sollte zur jeweiligen Dynamik passen.
→ Statt Blaupausen braucht es Lösungen mit Maß und Ziel. - Führung mit Blick für Vielfalt entwickeln. Gute Führung gleicht nicht aus, sondern erkennt, was wirkt – und wann es wirkt. Wer Muster lesen kann, versteht Reibung früher und begleitet gezielter.
→ Trainings, Coachings und Peer-Formate erweitern das Repertoire und stärken die eigene Wirkung.