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Die Logik des Miteinanders – wie Teams sich zum Blühen bringen können

Die Logik des Miteinanders – wie Teams sich zum Blühen bringen können

Ein Team ist oft schnell zusammengestellt, eine gute Zusammenarbeit dauert jedoch länger. Die meisten Teams starten motiviert – doch mit der Zeit schleichen sich Missverständnisse ein. Das müssen keine Dramen sein, der übliche Alltag reicht bereits. Wie gute Zusammenarbeit entsteht Gute Zusammenarbeit braucht Klarheit über Erwartungen, Vertrauen im Umgang – und Führung, die Unterschiedlichkeit nicht wegmoderiert, sondern nutzbar macht. Hier hilft ein Blick in das Riemann-Thomann-Modell, das vier psychologische Grundausrichtungen unterscheidet:
  • Nähe: sucht Beziehung, Austausch, Zugehörigkeit.
  • Distanz: braucht Autonomie, Klarheit, Unabhängigkeit.
  • Dauer: schätzt Ordnung, Stabilität, Verlässlichkeit.
  • Wechsel: lebt von Abwechslung, Tempo, Impulsen.
Wir alle bewegen uns zwischen diesen Polen. Teams auch. Ein Beispiel: Guter Wille trifft falsches Tempo Ein IT-Team funktionierte über Jahre effizient, eher distanz- und dauerorientiert. Dann kam eine neue Führungskraft – kontaktfreudig, kreativ, schnell. Die Distanz-Dauer-Prägung traf auf eine Nähe-Wechsel-Prägung. Spontane Check-ins, offene Feedbackrunden, Ideenflut – das Team zog sich zurück. Die Führungskraft fühlte sich allein. Erst ein Workshop mit einem genauen Blick auf die Bedürfnisse der einzelnen Personen brachte Klarheit. Das Miteinander wurde neu justiert: weniger Taktung, mehr Klarheit, gezielter Dialog. Vertrauen wuchs – und mit ihm das Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein – auch wenn nicht alle gleich ticken. Die Teamphasen – ein nützlicher Kompass Doch nicht nur Persönlichkeit prägt Teamdynamik. Auch der Weg eines Teams folgt Mustern. Kommt ein neues Teammitglied hinzu, starten Teamprozesse neu und Kommunikation, Miteinander und Führung wollen neu verhandelt werden. Zu wissen, dass auch Teambuilding in Phasen verläuft, unterstützt diesen Prozess und hilft auf der Suche nach dem passenden nächsten Schritt. Ein Blick auf die Teamphasen nach Bruce Tuckman:
  1. Forming – das Kennenlernen. Höflich, abwartend, mit Unsicherheiten.
  2. Storming – die Reibung. Konflikte, Machtspiele, Rollenfindung.
  3. Norming – das Einpendeln. Regeln entstehen, Vertrauen wächst.
  4. Performing – das Funktionieren. Rollen sind klar, Zusammenarbeit gelingt.
  5. Adjourning – der Abschied. Reflexion, Abschluss, Übergang.
Für die Führung kann es hilfreich sein zu schauen, in welcher Phase sich ein Team befindet und was es jetzt brauchen kann. Denn ein Team, das im Storming feststeckt, braucht etwas anderes als eines im Norming-Prozess. Was Organisationen tun können
  1. Muster erkennen und benennen. Teams profitieren von einer gemeinsamen Sprache für Persönlichkeitsprofile und Entwicklungsphasen. Wer versteht, wie andere ticken – und was das mit dem eigenen Verhalten zu tun hat – kann Spannungen besser einordnen und konstruktiv nutzen.
    → Workshops und Führungsdialoge schaffen Raum für Reflexion und Standortbestimmung.
  2. Teamlogiken verstehen und berücksichtigen. Ein Team, das Nähe lebt, braucht andere Impulse als eines, das stark auf Autonomie setzt. Austausch, Verlässlichkeit oder Gestaltungsspielräume – all das sollte zur jeweiligen Dynamik passen.
    → Statt Blaupausen braucht es Lösungen mit Maß und Ziel.
  3. Führung mit Blick für Vielfalt entwickeln. Gute Führung gleicht nicht aus, sondern erkennt, was wirkt – und wann es wirkt. Wer Muster lesen kann, versteht Reibung früher und begleitet gezielter.
    → Trainings, Coachings und Peer-Formate erweitern das Repertoire und stärken die eigene Wirkung.
Teams sind lebendige Systeme mit psychologischer Logik und emotionalem Background. Wer das versteht – und gut begleitet – legt den Grundstein für Zusammenarbeit, die nicht nur funktioniert, sondern erfolgreich werden kann.
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